PIRATEN Hamburg Eimsbüttel

Offizielle Webseite des Bezirksverbands Eimsbüttel der Piratenpartei Hamburg

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Willkommen im Informationschaos

Die Stadt Hamburg verfügt selbstverständlich über ein Online-Stadtportal mit Informationen rund um Hamburg. Sie ist die Anlaufstelle für Bürger und Touristen, wenn diese Informationen über so ziemlich alle Aspekte der Hansestadt benötigen. Außer, man benötigt wirklich dringend eine Information von offizieller Seite – dann sucht man lieber woanders.

Bürger- vs. Touristeninformation plus “Verbrauchertipps”

Wer die Seite hamburg.de ansurft, findet sich in einem  bunten, marktschreierisch anmutenden Chaos wieder, dessen rechte Spalte von kommerziellen Anzeigen wimmelt. Es wird geworben für Hochzeitsmessen, Sportangebote, Events und  ziemlich viel, das man in Hamburg für Geld erwerben kann. Ein guter Teil sind Angebote, die vor allem für auswärtige Besucher interessant sind. Niemand wird anzweifeln, dass Touristen mit entsprechenden Informationen versorgt werden sollen,aber muss das wirklich im Verband mit Angaben zu Behörden und ähnlichem geschehen, garniert mit kommerziellen, meist größerformatigen Werbeanzeigen? Jede Online-Stadtteilzeitung ist da übersichtlicher und informativer.

 Mit schlechtem Beispiel voran

 Andere Städte machen vor, wie es richtig geht. Zum Beispiel Frankfurt , oft verhöhnt als bankendominiertes Provinznest, als Hort des Kommerzes. Ob das stimmt, wollen wir dahingestellt lassen, aber diese Stadt leistet sich ein seriöser wirkendes, übersichtliches Online-Angebot, bei dem die Bürgerinformation nicht zwischen Werbung für Musicals und der Hotelsuche versandet. Oder Berlin – die Stadt ist pleite, wird gern als “Griechenland unter den Bundesländern” bezeichnet, aber auf berlin.de  informiert das deutsche Hellas vor allem und zuerst mal den Bürger. Werbeanzeigen gibt es auch hier, aber in weitaus geringerer Zahl als in Hamburg und dezenter angebracht. Berlin.de und frankfurt.de informieren ebenfalls ihre auswärtigen Besucher, aber klarer getrennt vom Bürgercontent und damit weitaus übersichtlicher.

Die Optik – zum Abgewöhnen

 Wenden wir uns der Optik zu: Hamburg.de wirkt wie aus den frühen zweitausender Jahren, Das Layout wird weder angepasst noch optimiert noch modernisiert. Die Seite erscheint, als würden Inhalte beliebig hineingekippt. Es bleibt dem Besucher überlassen, die gewünschte Information über ein antiquiertes und unübersichtliches Menu zu finden – oder eine Suchfunktion zu bemühen, deren Ergebnisausgabe ebenfalls beliebig zu nennen ist. Bürgerfreundlich geht anders.
Wer Informationen zu den Bezirksversammlungen sucht – und interessierte Bürger pflegen das ab und zu zu tun, der landet schnell bei OpenPlenum, einer Software, die berüchtigt für ihre schlechte Bedienbarkeit, ihre mangelhaften Informationen und ihre beschränkten Möglichkeiten ist. Sie soll schnellstmöglich durch ein besseres, zeitgemäßeres System ersetzt werden. Schnellstmöglich ist in Hamburg jedoch ein dehnbarer Begriff, denn auch die Elbphilharmonie soll schnellstmöglich fertiggestellt werden.

 

Wer ist hamburg.de?

Nun mag man sich fragen, wer hinter der Firma steht, die so ein Produkt auf Bürger und Touristen loslässt – die Antwort findet sich bei der Suche im Internet, wenn auch etwas versteckt zwischen dem üblichen Eigenwerbungs-Blabla der Betreiberfirma. Die Plattform hat vor allem kommerzielle Träger. Für die Seite zuständig ist die hamburg.de GmbH &Co. KG, und das sind:
  • Axel Springer (Mehrheitsgesellschafter)
  • HSH Nordbank
  • Hamburger Sparkasse
  • Sparkasse Harburg-Buxtehude
  • und – ach ja – die Stadt Hamburg ist auch beteiligt

 

Gnadenlose Kommerzialisierung

Gegen einen Mehrheitsgesellschafter wie Axel Springer, der seine eigenen Interessen auf der offiziellen Informationsseite der Stadt ziemlich ungehindert ausleben kann, kommt eine Stadt anscheinend nicht an, um ein vernünftiges, übersichtliches und benutzerfreundliches Online-Angebot zu etablieren. Das muss man nicht verstehen, so als Bürger. Gewiss, auch Hamburg hat chronische finanzielle Schwierigkeiten, aber das hat die Hansestadt mit so ziemlich allen Metropolen und den meisten Großstädten gemeinsam. Dass das Angebot von hamburg.de in negativer Hinsicht seinesgleichen sucht, kann mit Sparzwängen allein nicht erklärt werden. Schließlich ist an anderer Stelle Geld da – für ein zweifelhaftes Busbeschleunigungskonzept, für einen hedonistischen Konzertbau, für zweifelhafte Firmenbeteiligungen. All dies ist ungleich teurer als ein sauber erstelltes und gut gepflegtes Online-Portal, das den Namen Bürgerinformation auch verdient.

 

Die offizielle Zielsetzung

 hamburg.de gilt als das “reichweitenstärkste Stadtportal Deutschlands”, was am blühenden Tourismus in der Hansestadt liegen dürfte. Gibt der Erfolg also dem Konzept recht? Höchstens gezwungenermaßen – denn es ist im wahrsten Sinne des Wortes alternativlos – es gibt kein anderes vergleichbares Angebot. Die Betreiberfirma berät andere Städte bei der Erstellung ihrer Stadtportale und steht für eine enge Verflechtung von e-government-Diensten und kommerziellen Angeboten. Letztere verfolgen einen auf jede Unterseite, erstere muss man erst suchen. Außerdem steht sie für Internetstrategie und Social-Media. (Quelle)

 

Juristisch zweifelhaft

Der Hamburger Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Prof. Dr. Johannes Caspar, zog es jedenfalls 2011 vor, mit einem derartigen Angebot nicht mehr in Verbindung gebracht zu werden und ließ seine Präsenz im Rahmen des Portals abschalten. Dies lag nicht daran, dass er nun im Internet deutlich einfacher auffindbar sein dürfte (dies ist ein angenehmer Nebeneffekt), sondern an dem Einsatz einer juristisch zumindest zweifelhaften Tracking-Software durch die Seite, die vor allem zu Marketingzwecken Daten erhebt. Dem Betreiber ist der Rückzug des Datenschutzbeauftragen unverständlich, da andere kommerzielle Angebote diese Software schließlich auch nutzen (genannt werden Medienangebote wie bild.de und Spiegel Online, Quelle). Wir hingegen verstehen das. Denn der Unterschied zwischen dem, was ein Stadtportal sein sollte und dem, was Medienangebote sind, ist uns schließlich bewusst.

 

Was wir wollen

Wir wünschen uns ein offizielles Informationsportal der Stadt Hamburg, in dem Bürger- und Tourismusinformationen sauber voneinander getrennt präsentiert werden, ohne dass man von Werbung für alles, jedes und den ganzen Rest erschlagen wird. Betreiber sollten die Stadt und ihre Bezirke sein, und die sollten auch allein bestimmen, wie sie sich im Internet präsentieren – und wie lieber nicht.

Mehr Bezirksinformationen

Wichtig für ein solches Portal sind Informationen zu den einzelnen Bezirken bzw. Stadtteilen auf Unterseiten, sodass ein Bewohner eines Bezirks alle Informationen übersichtlich an einer Stelle findet, ohne sich über die Suchfunktion mit dem Durchforsten von Belanglosigkeiten beschäftigen zu müssen. Diesen Aufgabe, die eigentlich die Stadt erfüllen müsste, übernehmen in den Stadtteilen zumindest teilweise kleine Online-Publikationen, von denen nicht alle zu empfehlen sind. Auch sie sind privat und kommerziell und verfügen über die präsentierten Informationen nur lückenhaft und aus zweiter Hand – ein Zustand, der nicht optimal ist.
Kurz gesagt: Wir wünschen uns Bürgerinformationen, die diesen Namen auch verdienen, die sich zeitgemäß präsentieren und in technischer Hinsicht wenigstens einigermaßen dem aktuellen Sachstand entsprechen. Wir wünschen uns eine Dominanz der Information anstelle einer der kommerziellen Interessen.
Du schaffst das, Hamburg, da sind wir zuversichtlich. Andere schaffen das schließlich auch.
Die Piratenpartei Hamburg fordert ein Stadtportal, das ausschließlich von der Stadt Hamburg betrieben wird und somit eine unabhängige Bürgerinformation leistet. 
Eimsbütteler können sich über ihren Bezirk aus folgenden Quellen informieren (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): 
Aufgrund der oben beschriebenen Defizite nehmen wir ausdrücklich davon Abstand, die offizielle Internetpräsenz der Stadt Hamburg zu empfehlen. 
Nachtrag (25. Februar 2013). Die Seite ist nach erfolgtem Relaunch jetzt übersichtlicher, aber nicht werbefrei. Insbesonders fragen wir uns, welcher Heiopei für Highlights wie das Lidl-Popup verantwortlich zeichnet.

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